Närrisch wird es wieder bei Helden wie Ihr. Rund um die Faasend plaudert Christian Rotenbühl mit seinen Gästen, dem KV Doll Doll Großrosseln.
Zum Verein:
Der Karnevalverein Doll Doll, der im Jahre 2008 seinen 8x11. Geburtstag feierte, zählt sicherlich zu den alteingesessenen und traditionsreichsten Vereinen von Großrosseln.
Die Fastnachtsbräuche des Ortes sind allerdings schon viel älter. Wie uns aus mündlichen Überlieferungen und Erzählungen bekannt ist, wurden bereits seit dem Jahre 1888 regelmäßig Faasendumzüge veranstaltet. Organisierte Umzüge in unserem heutigen Sinne gab es schon kurz nach 1900. Die Männer der ersten Stunde der Rossler Faasend hatten es jedoch
nicht leicht und mußten damals viele Widerstände brechen, um den jährlichen Umzug am Faasenddienstag auf die Beine stellen zukönnen.
Aus dieser Zeit wurde uns überliefert, dass damals bei der Organisation des Umzuges zum Beispiel jeder Zugteilnehmer 5 Groschen zur Deckung der Kosten bezahlen musste. Mit diesem Geld wurde auch ein geimeinsamer Umtrunk finanziert, beidem es für die Frauen und die älteren Leute Glühwein und für die Kinder Zuckerwaren gab. Leider ist dieser schöne Brauch infolge der Größe des Ortes und vor allem wegen der Größe der Umzüge nicht mehr haltbar. Nicht immer reichte das liebe Geld um die Kosten zu decken. So wird berichtet, dass im Jahre 1910 der "Hissje" (Gerichtsvollzieher) nach der Faasend kam und zur Deckung der Steuerschulden Uniformstücke und andere Utensilien beschlagnahmte.
Nachdem dieser die Sachen mühsam nach Ludweiler geschleppt hatte, wurden sie dem Verein wieder zur Verfügung gestellt, da sich kein Interessent bei der Versteigerung einfand.
Während des ersten Weltkrieges war hier allerorts das karnevalistische Treiben zum Erliegen gekommen, jedoch im Jahre 1919 fanden sich wieder Unentwegte - es waren der damalige Radfahrverein und die Fidele 13 - und führten einen Umzug durch. Im Jahre 1919 fand dann auch die offizielle Gründung des Vereins statt.
Vom Jahre 1919 bis zum Jahre 1949 war Nikolaus Berndt in ununterbrochener Folge Karnevalsprinz in Großrosseln. Seine humoristischen Prinzen- und Büttenreden sind der älteren Generation noch in sehr guter Erinnerung. Als einen der wichtigsten Erzkarnevalisten aus dieser Zeit muss man ohne Zweifel unseren langjährigen Präsidenten und Vereinsmitbegründer August Jochum bezeichnen, der von 1924 bis 1954 die Geschicke des Vereins maßgeblich beeinflusste. Viele Erfolge des Vereins sind seinem unermüdlichen Wirken zuzuschreiben. Sein persönlicher Stil, vor allem hervorgehoben in urkomischen Umzugsfiguren, ist uns allen noch in guter Erinnerung. Für seine großen Verdienste wurde er 1954 zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Nicht vergessen wollen wir natürlich in diesem Zusammenhang auch den Einsatz und die Verdienste all der vielen Alt-Karnevalisten, die ihm sowohl im Vorstand als auch im Hofstaat immer zur Seite standen. Dazu zählen vor allem unsere Ehrenmitglieder sowie all die vielen Helfer, ohne die ein Verein nicht leben kann.
Eine Besonderheit der Rossler Faasend ist, dass die Närrinen und Narren nicht, wie sonst üblich, von einem Prinzenpaar regiert werden, sondern nur vom Prinz Karneval, der bei seinen Auftritten stets von seinem Hofnarren begleitet und unterstützt wird.
Seit dem Jahre 1950 werden der jeweilige Prinz und Hofnarr für die kommende Session in der Mitgliederversammlung gewählt. Neben dem Vereinspräsidenten und dem Prinzen ist auch der Elferratspräsident ein wichtiger Funktionsträger im Karnevalverein. Unser langjähriger Elferratspräsident Berti Berndt wurde 1987 nach über 25 Karnevals-Sessionen zum Ehrenelferratspräsident ernannt.
Von 1939 bis 1946 konnten aus verständlichen Gründen keine karnevalistischen Umzüge stattfinden. Ab 1947 ging es dann in alter Tradition weiter und jedes Jahr bewegt sich ein großartiger Umzug durch die Straßen von Großrosseln. Nach den Kriegswirren hatten nicht nur die Rossler Bürger, vor allem die Karnevalisten das Bedürfnis viel Spaß und Freude an der Fassend nachzuholen.
Die älteren Mitglieder unseres Vereins und auch viele Bürger des Ortes erinnern sich bestimmt noch gerne an die tollen Veranstaltungen, z.B. im Saale Krieger, im Saale Hayo (heute Gasthaus "Zur Einigkeit") oder im Saale Schwarz-Haser.
Ab ca. 1958 wurden dann alle Veranstaltungen im vergrößerten Saale Rupp abgehalten. Von 1962 bis 1976 spielte sich das närrische Geschehen der Bälle und Sitzungen im vergrößerten und renovierten Saale Krieger-Woitek ab. Von 1976 bis 2006 war die Warndtburg die Narrenhochburg des Karnevalvereins.
Kommen wir zurück auf die Nachkriegsjahre, in denen auch im Karnevalverein ein altersmäßiger Umbruch stattfand. Nach vielen Jahren erfolgreicher Vereinstätigkeit übertrug der damalige 1.Vorsitzende August Jochum im Jahre 1954 sein Amt an die nachrückende Generation. Die Mitgliederversammlung wählte im gleichen Jahr Hans Klein (auch "unser Roter" genannt) zum neuen Vereinsvorsitzenden, der dieses Amt bis 1978 ausübte und zur Symbolfigur der Rossler Fassend wurde. Mit der Wahl von Hans Klein zum Vorsitzenden war ein entscheidender Schritt nach vorne getan. Viele neue Namen traten mit ihm in das Rampenlicht der närrischen Bühne. Für seine großen Verdienste wurde er 1979 zum Ehrenpräsidenten unseres Vereins gewählt. Leider ist er im Jahre 2002 verstorben.
2003 wurde dann unser langjähriger Zugführer des Rossler Umzugs Gerhard Kinsinger zum Ehrenpräsident ernannt. Nach vielen engagierten Präsidenten hat unser langjähriger Vizepräsident Ludwig Müller 2009 dieses Amt übernommen und löste somit nach 9 Jahren Karl Fuß ab. An Ludwig Müllers Stelle als Vize tritt Carolin Löbenbrück, die von Kindesalter an in den Tanzstiefeln des KV Doll Doll steckt. Das Amt des Zugführers begleitet nun - seit 2008 - Hans-Ludwig Karrenbauer.
An der Spitze des Umzugs marschiert unser Herold Adolf Herth. Nicht wegzudenken beim Umzug ist der "Monn mit der long Schdong" und seinem Klingelbeutel, alias Robert Weber, der wie unsere Plakettenverkäufer für die Umzugsfinanzierung von großer Wichtigkeit ist. Seit Jahren schlängelt sich der närrische Lindwurm mit mehr als 60 Umzugsgruppen durch die Rossler Straßen und zieht zehntausende Besucher von beiden Seiten der Grenze in unseren Ort. Damit trägt der Umzug zur Bekannheit unseres Dorfes bei. Es ist für die Narren am Straßenrand immer eine Freude mit wievielen Ideen, finanziellem Aufwand und Arbeit die einzelnen Gruppen ihre Kostüme gestalten. Es ist bei uns Tradition, dass für jeden Umzug ein neuer Prinzenwagen gebaut wird,
auf dem die regierenden Prinzen und Hofnarren die Huldigungen des närrischen Volkes entgegennehmen können.
Aus den letzten Jahren können wir viel berichten. Unsere Jugendarbeit trägt Früchte: Auftritte unserer Garden beim Dorf- und Pfarrfest und an allen närrischen Veranstaltungen sind immer gerne gesehen. Alljährlich feiern wir bei den Freunden vom Hundeverein "Am Sumpen" unser Kinderfest und fahren seit vielen Jahren mit unserem närrischen Nachwuchs zum
Weihnachtsmärchen. Ein großer Erfolg für unsere Jugend ist die beliebte NDW-Party am Faasendfreitag, deren DJs jetzt auch für eine super Stimmung im Diskozelt am Dorffest sorgen.
Traurig gestimmt hat uns das Jahr 2006: Der Abriss unserer geliebten Warndtburg, in der wir so viele schöne Stunden gemeinsam Faasend gefeiert hatten. Lasst uns die tolle Stimmung und Erinnerung, die wir bei der Warndtburg-Abschiedsparty spürten, in die neue Rosseltalhalle übertragen.
Einmalig in der Geschichte des Rossler Umzugs war die Festmeile im Jahr 2007 in der Bahnhofsstraße. Auch ohne Warndtburg konnten die Rossler Narren bei schönem Wetter bis in die Nacht feiern. Es war einfach Doll-Doll.
Im Mai 2009 wurde unser neuer Vorstand gewählt. Neben unserer neuen Spitze, haben wir viele Neubesetzungen, die frischen Wind in die Vorstandsarbeit bringen.
Unser Faasend-Dienstag-Umzug ist und bleibt auf jeden Fall der Höhepunkt der Rossler Faasend.
In diesem Sinne - kommen Sie uns in "Rossle" doch mal besuchen und feiern Sie mit uns die wohl schönste Jahreszeit!
Doll Doll!
Infos auch unter:http://www.doll-doll.de









